„Sheriff for Kids“

Sag „Nein!“ zu Drogen und Alkohol

„Sheriff for Kids“ zu Gast an unserer Schule

„Hallo, ich bin 48 Jahre alt, war 18 Jahre lang drogenabhängig, gewalttätig und vorbestraft.“ Als Claudia Berger über ihre Drogenkarriere zu berichten beginnt, wird es schlagartig still im Saal, mucksmäuschenstill. Und das ändert sich auch in den nächsten zwei Schulstunden nicht.
Authentisch, ehrlich, ergreifend und teils erschreckend berichtet Claudia Berger in ihren Vortrag aus der Zeit ihrer 18-jährigen „Drogenkarriere“ vor den 8. und 9. Klassen, im Rahmen von „Sheriff for Kids“. Sie sensibilisiert durch ihre persönlichen Erfahrungsberichte und erreicht damit die Jugendlichen, klärt auf, warnt vor „Nachahmung“ und berichtet über die Auswirkungen und Konsequenzen ihres Handelns.
Aufgewachsen in einem sozialen Brennpunkt und gewalttätigem Umfeld, lernte Claudia Berger schon als kleines Kind zuzuschlagen, statt zu fragen. Zwar kickte sie sich im Fußball bis in die Mädchen-Nationalmannschaft hoch, doch Lob und Verständnis erfuhr sie jedoch nie – weder im häuslichen, noch im sozialen Umfeld. Stattdessen: Drohung, Schlägerei, Angst. Und Albträume, jede Nacht.
Mit 17 Jahren rauchte sie ihren ersten Joint und merkte schnell, wie eine große Last von ihr abfiel. „Mir war auf einen Schlag alles egal“, stellte sie fest. Ziemlich schnell wurde die Droge für Berger zur Strategie, der Realität zu entfliehen – und schließlich zum Feind. Sie kiffte, kokste, sniefte, trank, warf sich Pillen ein, dröhnte sich zu.
Dass ein Freund aus ihrer Gang, der ihr sehr nahestand, während eines gemeinsamen Clubbesuchs an einer Überdosis „in meinen Armen verstorben ist“, war ein Erlebnis, das die damals 19-Jährige heute noch belastet. Unter Drogen „ist man zu Dingen fähig, die man sonst niemals tun würde. Man belügt und beklaut jeden – sogar die eigene Familie“, warnt sie die Schüler. Sieben Mal hatte sie eine Überdosis, die letzte vor elf Jahren. Jedes Mal überlebte sie nur knapp. 18 Jahre lang war sie drogen- und alkoholsüchtig. Durch einen Zufall schaffte sie es den Kreislauf zu durchbrechen, machte den kalten Entzug, ließ ihr altes Leben hinter sich, hat aber heute noch mit den Folgen zu kämpfen. Mit „Sheriff for Kids“ hat Claudia Berger ihre Lebensaufgabe gefunden und will mit ihren Erfahrungsberichten andere warnen. Dies gelang ihr auch diesmal wieder sehr eindrucksvoll. Sichtlich nachdenklich verließen die Schüler die gut zweistündigen Veranstaltung.
Ein besonderer Dank gilt hier der Klaus-Thiering Stiftung. Zwar werden solche Präventionsveranstaltung mit Fördermitteln des Landes unterstützt, jedoch ohne zusätzliche finanzielle Mittel wäre es für die Schulen nicht möglich, ihren Schülerinnen und Schülern diese wichtigen Erfahrungen zu ermöglichen.

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